Ende Mai machten sich mehrere Crews unseres Vereins auf den Weg zu einem der klassischen Törnziele der Nordsee: Helgoland. Mit dabei waren die Schiffe Salute mit Skipper Matthias und Crew Sonja, Thomas und Itze, die Freya mit Skipper Giso und Crew Tom, Angelika, Albrecht und Max, die Joy mit Skipper Mike und Crew Kai, Hutch und Olaf sowie die Villa Solais mit Skipper Ansgar und Ingo. Was als gemeinsamer Schlag Richtung Hochseeinsel begann, entwickelte sich zu einer abwechslungsreichen Reise mit unterschiedlichen Routen, herausfordernden Wetterbedingungen und vielen schönen gemeinsamen Erlebnissen.
Aufbruch ins Wattenmeer
Am 30. Mai startete die Salute von der Flevo Marina in Lelystad Richtung Makkum. Bei zunächst wenig Wind wurde ein Teil der Strecke motort, bevor endlich die Segel gesetzt werden konnten. Am Abend trafen sich die Crews in Makkum, um bei guter Stimmung die Wetterlage und die Pläne für die kommenden Tage zu besprechen.
Am nächsten Tag trafen sich drei Schiffe in der Schleuse in Kornwerderzand. Ansgar kam direkt vom Latte-Cup in Stavoren, den er als Einhandsegler gewonnen hatte. Gemeinsam ging es durch die Schleuse hinaus ins Wattenmeer. Während die Villa Solais einen alternativen Kurs plante, nahmen Salute, Freya und Joy Kurs auf Helgoland. Wegen der kleinen Crew, der abzusehenden Wetterlage und des kürzeren Zeitfensters sah die Crew der Villa Solais diesmal von dem Törn nach Helgoland ab und verbrachte die Zeit in der Waddenzee und im Ijsselmeer.

Nachtfahrt nach Helgoland
Die Überfahrt führte entlang der niederländischen Watteninseln vorbei an Terschelling, Ameland und Norderney. Der Wind zeigte sich eher zurückhaltend, sodass viele Meilen unter Motor zurückgelegt werden mussten. Dafür hatten wir eine entspannte Nachtfahrt mit Vollmond, vielen Seezeichen, Leuchttürmen, Windparks und Geisterschiffen mit stehender Peilung und näherkommenden Positionslichtern, die plötzlich wieder verschwanden. Alles in allem eine spannende und sichere Nachtfahrt, mit allem, was die Nordsee navigatorisch zu bieten hat
Am Ende der Küstenverkehrszone war beim Queren der Verkehrstrennungsgebieten und ihrer empfohlen Zufahrtswege nochmal unsere volle Aufmerksamkeit gefordert, um die Großschifffahrt sicher zu passieren. Am Ende der Küstenverkehrszone war beim Queren der Verkehrstrennungsgebieten und ihrer empfohlen Zufahrtswege nochmal unsere volle Aufmerksamkeit gefordert, um die Großschifffahrt sicher zu passieren. Am 1. Juni liefen schließlich alle drei Schiffe innerhalb weniger Stunden auf Helgoland ein. Nach der langen Überfahrt genossen die Crews das Ankommen auf Deutschlands einziger Hochseeinsel. Der Abend wurde gemeinsam im Hafen verbracht und die ersten Geschichten der Reise ausgetauscht.

Unterschiedliche Wege zurück
Schon am nächsten Tag trennten sich die Wege der Crews.
Während die Salute zunächst einen Hafentag auf Helgoland einlegte, entschied sich die Freya angesichts der Wettervorhersage für die sofortige Rückkehr am nächsten Morgen. Ziel war, mit einer weiteren Nachtfahrt Terschelling zu erreichen. Da sich das Wetter jedoch mit starken westlichen Winden immer rascher entwickelte war dieser Plan nicht mehr umzusetzen. Daher bog die Freya im Morgengrauen in die Emsmündung ein und wählte dann von Delfzijl an die landschaftlich reizvolle Stehende Mastroute quer durch Friesland in 2 Tagen bis nach Harlingen.
Die Joy nahm Kurs auf Norderney und erreichte die Insel am Abend bei strömendem Regen.
Am 3. Juni verließ die Salute Helgoland in den frühen Morgenstunden. Endlich herrschten gute Segelbedingungen, und ein Großteil der Strecke nach Norderney konnte unter Segeln zurückgelegt werden. Dort traf man die Crew der Joy wieder, und der Abend wurde gemeinsam verbracht.
Die Freya kämpfte sich währenddessen durch die zahlreichen Brücken der Stehenden Mastroute. Allein am ersten Tag wurden 28 von insgesamt 55 Brücken passiert. Die folgenden Tage führten über Garnwerd aan Zee und Burdaard weiter Richtung Leeuwarden, bevor schließlich wieder das Salzwasser erreicht wurde und die Heimreise nach Makkum abgeschlossen werden konnte.


Wetterpause auf Norderney
Für die Salute und die Joy standen zunächst einige Hafentage auf Norderney an. Kräftige Westwinde mit bis zu sieben Beaufort machten eine Weiterfahrt wenig attraktiv. Stattdessen nutzten die Crews die Gelegenheit, die Insel zu erkunden, die Akkus aufzuladen und die Gemeinschaft zu genießen.
Als sich schließlich ein Wetterfenster öffnete, lief die Salute Richtung Borkum aus. Die Joy entschied sich dagegen für den Weg über Delfzijl und schloss sich ebenfalls der Stehenden Mastroute an.

Sportliches Segeln im Wattenmeer
Nach einem weiteren wetterbedingten Hafentag auf Borkum, der mit einer reizvollen E-Bike Tour durch die Dünen von Borkum verbracht wurde, zeigte sich die Nordsee endlich von ihrer freundlichen Seite. Früh morgens lief die Salute Richtung Vlieland aus.
Es wurde einer der schönsten Segeltage des gesamten Törns. Bei frischem Wind und besten Bedingungen lief das Schiff zeitweise mit mehr als acht Knoten durch das Wattenmeer. Die rund 70 Seemeilen bis Vlieland wurden in beeindruckender Zeit zurückgelegt.
Auch die Joy machte auf ihrem Weg durch die Binnengewässer gute Fortschritte und erreichte wenig später sicher Harlingen.
Von Vlieland aus führte der nächste Schlag die Salute ebenfalls nach Harlingen. Kräftige Winde bis sieben Beaufort sorgten für sportliches Segeln und jede Menge Segelspaß. Nach einer kurzen Zwangspause vor der Brücke wurde am Abend in der schönen Gracht des Norderhavens festgemacht.

Heimreise über das IJsselmeer
Am 10. Juni ging es von Harlingen zurück aufs IJsselmeer. Bei 18 bis 22 Knoten Wind zeigte sich das Revier von seiner besten Seite. Mit gerefftem Groß und voller Fock lief die Salute zügig Richtung Lemmer. Die Crew genoss einen herrlichen Segeltag und erreichte am Abend den Hafen.
Der letzte Törntag führte schließlich zurück zur Flevo Marina in Lelystad. Zunächst herrschten ideale Segelbedingungen, doch kurz vor dem Ziel zog eine kräftige Gewitterfront auf. Böen bis 38 Knoten, starker Regen und schlechte Sicht forderten noch einmal die volle Aufmerksamkeit der Crew. Die Situation wurde jedoch souverän gemeistert, die Segel rechtzeitig geborgen und die letzte Meile sicher unter Motor zurückgelegt.
Am Abend machte die Salute schließlich wieder in ihrem Heimathafen fest.

Fazit
Der Helgolandtörn 2026 bot alles, was das Segeln auf Nordsee und Wattenmeer so faszinierend macht: lange Schläge auf See, anspruchsvolle Wetterentscheidungen, Tide und Strömung, sportliches Segeln, schöne Hafenorte und vor allem gute Kameradschaft.
Ob auf direktem Kurs über die Nordsee oder auf der Stehenden Mastroute durch die Niederlande – alle Crews fanden ihren Weg sicher zurück in die Heimathäfen. Zurück bleiben viele gemeinsame Erinnerungen, spannende Geschichten und die Vorfreude auf den nächsten gemeinsamen Törn.
Bericht: IZ




